Ludwigsenweg Nr. 1Maschinenfabrik BĂŒnting, 1910Wegweiser



Jeddeloh.com durchsuchen:



Aktualisiert am: 26.03.2020






Die Feuerwehr von Jeddeloh I
Headline
Obgleich die Obrigkeit bereits im 17. und 18. Jahrhundert die StĂ€dte und Gemeinden aufforderte, "brauchbares Löschmaterial" anzuschaffen, beschloss der Gemeinderat der Gemeinde Edewecht erst auf ausdrĂŒckliche Anweisung des Großherzoglichen Verwaltungsamtes am 28. MĂ€rz 1877 die "Anschaffung einer fĂŒr die Gemeinde hinreichenden Spritze im Kostenpreise von 600-1000 Mark." Gegen den weiteren Beschluss, diese Kosten "ĂŒber die ganze Gemeinde nach dem
Fuße der Grund -und GebĂ€udesteuer
zu verteilen", protestierten die Gemeinde-
ratsmitglieder der umliegenden Ortschaf-
ten, auch die aus Jeddeloh I, da sie durch die Anschaffung der Spritze keine Vorteile haben wĂŒrden. Dieser Protest wurde jedoch vom Oberverwaltungsamt abge-
lehnt. Am 11. MĂ€rz 1907 beschloss dann der Gemeinderat den Ankauf einer Hand-Druck-Spritze fĂŒr Jeddeloh und Osterscheps . Ferner wurde 1908 der Bau eines Spritzenhauses auf dem GelĂ€nde der Ziegelei Oltmanns Ecke Jeddeloher Damm - JĂŒckenweg beschlossen. Am 31. MĂ€rz 1908 wurden vor dem Amt Westerstede die Spritzenmeister und RohrfĂŒhrer jeweils fĂŒr 4 Jahre vereidigt.

Es waren dies:

Spritzenmeister - Ziegeleibesitzer H.F. Oltmanns (RIN 3711)
Stellvertreter - Maschinendfabrikant G. BĂŒnting
RohrfĂŒhrer - Gastwirt Georg Bunjes
Stellvertreter - Schuhmachermeister Joh. LĂŒbben

Ab 1912 ĂŒbernahmen diese Aufgaben:

Spritzenmeister - Schmiedemeister Gerhard Feldhus(RIN 4420)
Stellvertreter - Gastwirt Georg Bunjes
RohrfĂŒhrer - Schuhmachermeister Joh. LĂŒbben
Stellvertreter - Tischlermeister Georg LĂŒbben


Freiwillige Feuerwehr Jeddeloh I um 1935
1. Reihe: Hermann Butgereit, Dietrich Frahmann,
Johann Hinrichs, Georg Schröder, Johann Kelling,
2. Reihe: Georg Heinje, Dietrich Hollje, Ludwig Schröder,
Georg Harms, Johann Oltmanns

In Jeddeloh I gab es BrĂ€nde, wo durch den Einsatz der Feuerwehr grĂ¶ĂŸerer Schaden verhĂŒtet werden konnte. Am 16. Februar 1928 brannte das Wohn -und StallgebĂ€ude von Gustav zu Jeddeloh (RIN 898) , das von Johann Kruse bewohnt war, bis auf die Grundmauern ab. Die NebengebĂ€ude konnten durch den Einsatz der Feuerwehren von Jeddeloh I und Edewecht gerettet werden. Durch die dem Anwesen gegenĂŒberliegende Wasserkuhle, die "Börn", stand genĂŒgend Löschwasser zur VerfĂŒgung. Unter anderem kamen 5 Pferde und 6 MilchkĂŒhe und große Mengen ErntevorrĂ€te in den Flammen um.

An 22. Februar 1929 brannte das Wohn-StallgebÀude von v. Aschwege vollstÀndig nieder. Die BrandbekÀmpfung war wegen Wassermangel erschwert. Die Bewohner konnten nur das nackte Leben retten.

Ein weiteres Großfeuer gab es am 15. Juni 1930 in der Maschinenfabrik BĂŒnting . Das Feuer entstand bei der Torfbefeuerung im Kesselhaus und vernichtete das Kesselhaus, das Dach des Maschinenhauses und ein StallgebĂ€ude.

In der Nacht vom 17. Oktober 1935 wurde die Jeddeloher Wehr zu einem Brand bei der Witwe LĂŒbben hinter Hinterm Esch 7 gerufen. Trotz des schnellen Eingreifens brannten das HauptgebĂ€ude und der Schweinestall nieder. Neben den Futter-
vorrÀten, landwirtschaftlichen Maschinen, GerÀten und dem Hausrat verbrannten mehrere Schweine und KÀlber.

Im November 1933 wurde, wie auch anderenorts, die Jeddeloher Wehr aufgelöst und als ein Zug der Edewechter Feuerwehr unter einheitlicher FĂŒhrung des Gemeindebrand- meisters angegliedert. Diese Neugliederung wurde jedoch im MĂ€rz 1934 wieder rĂŒckgĂ€ngig gemacht und eine Freiwillige Feuerwehr gegrĂŒndet. Brandmeister wurde Schuhmachermeister Johann LĂŒbben
.
Er wurde 1935 von Gustav Böhning und dieser 1938 von Johann Kelling abgelöst.

Die Wehr hatte in all den Jahren zwischen 20 und 30 aktive Mitglieder. An GerĂ€tschaften besaß sie eine Hand-Druck-Spritze mit einer Leistung von 150l pro Minute, 110 m C-SchlĂ€uche und zur Alarmierung waren im Dorf vier Hörner verteilt.


Freiwillige Feuerwehr Jeddeloh I, 1943 von links:
1. Reihe: Georg LĂŒbben, Heinrich Siemers, Johann
Oltmanns, Johann Hollje, Johann LĂŒbben,
Johann Kelling, Fritz Deeken, Gerhard Heinje,
Wilhelm Blanke
2.Reihe: Gerhard Peters, Georg BĂŒnting, Otto
LĂŒbben(RIN 4405), Gustav von Aschwege, Gustav LĂŒbben,
Georg Schröder, Fritz Gertje-Janßen, Johann
Jacobs, Fritz Heuer
3. Reihe: Adolf von Aschwege, August Deeken,
Wilhelm Leßmann, August Dierks, August Blancke,
Gustav LĂŒbben, Franz Witte, Diedrich Hollje,
Reinhard Blancke, Georg Behrens

WĂ€hrend des Krieges wurden fast alle nicht als Soldat einberufenen MĂ€nner ab etwa dem Geburtsjahrgang 1880 fĂŒr den Einsatz bei der Feuerwehr verpflichtet. Im Januar 1944 wurde in einer Meldung an die vorgesetzte Behörde die StĂ€rke der Einheit mit 24 FeuerwehrmĂ€nnern, 22 ErgĂ€nzungskrĂ€ften (mĂ€nnl.) und 12 Feuerwehrhelferinnen angegeben.

In den letzten Kriegstagen war das kleine Spritzenhaus durch Beschuss stark beschĂ€digt worden. Die Spritze blieb aber einsatzfĂ€hig. Die Einheit war jedoch ohne jeglichen Zusammenhalt. Auf einer Versammlung am 7.Februar 1948 wurde die Feuerwehr Jeddeloh I wieder neu gegrĂŒndet. Nach der anfĂ€nglichen Begeisterung musste der Versuch, eine einsatzfĂ€hige Wehr zu bilden, als misslungen angesehen werden.

Inzwischen war auch das Spritzenhaus immer mehr verfallen. GerĂ€te, AusrĂŒstungsgegenstĂ€nde und Uniformen waren abhanden gekommen.

Ein weiterer Versuch zur Wiederbelebung wurde dann nicht unternommen, so dass die Ära der Jeddeloher Feuerwehr 1950 beendet war. Die Reste des Spritzenhauses wurden abgebrochen.


Autor: Klaus Kruse

Headline