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Aktualisiert am: 26.03.2020






Das Schulwesen
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Bericht von Heinrich Kruse und Klaus Kruse, Jeddeloh I, 2011 anl├Ą├člich des Schuljubil├Ąum neu ├╝berarbeitet

In Jeddeloh I wurde das Schulwesen verh├Ąltnism├Ą├čig sp├Ąt ausgebaut. Die Kinder m├╝ssten zum Schulbesuch in Edewecht lange Wege zur├╝cklegen. Besonders im Herbst und im Winter war f├╝r sie bei den schlechten Wegverh├Ąltnissen kaum ein Durchkommen. Bei der steigenden Sch├╝lerzahl versuchte man, dem ├ťbelstand des schwierigen Schulbesuchs abzuhelfen. So l├Âste man in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts die bis dahin bestehende Bindung mit der Schule Edewecht. Zun├Ąchst wurde, nach m├╝ndlicher ├ťberlieferung, der Unterricht in dem Reilschen Haus "Hinterm Esch" abgehalten.

Das ehemalige Reilsche Haus.



Nachgewiesen ist folgendes:
Die Kinder mussten zum Schulbesuch in Edewecht langeWege zur├╝cklegen. Besonders im Herbst und imWinter war f├╝r sie bei den schlechten Wegverh├Ąltnissenkaum ein Durchkommen. Daher gab es im Winter eineprivate Winterschule auf dem Hof des Hausmanns Johannzu Jeddeloh.

Ausz├╝ge aus Rechnungsb├╝chern des Hausmanns Johann zu Jeddeloh

1811
Im Herbst unserm gewesenen Schulhalter Brackendorf 1 Thaler mehr bezahlt, als mir f├╝r die Sch├╝ler bezahlt ist.

1814
Unserm gewesenen Schullehrer Gerd Eilers von Godensholt 3 Thaler.

1817
12. Oktober ist unser Hauslehrer Hinrich Wicke von Oldenburg zu mir gekommen. Er lehrt bis Ostern 1818, sind 22 Wochen und 13 Tage. Er ist f├╝r 2 Kinder bei mir 9 Wochen in Kost, bis zum 16. Dezember, und bei Brun 13 Wochen und 13 Tage.

1819
6. November ist unser Hauslehrer Herr Meine zu mir gekommen. 8. November ist die Schule angefangen. Er ist bei mir bis zum 16. Januar 1820. Er ist aus dem Hannoverschen Amt Bissendorf, Dorf Westenbasele.

1820
24. Februar ist Herr Meine seine Frau Brumund gekommen. Ist bei mir gewesen bis zum 8. April.

1820
13. November: Herr Diedrich Wilhelm Meine die Schule in Jeddeloh angefangen in meinem Haus imSchlaar.

15. Dezember: Die Schule in meinem Speicher angefangen, bis Ostern.
Anmerkung:Am 13. November 1820 wurde also in Jeddeloh die erste Schule gegr├╝ndet. Das Anwesen lag an dem Weg nach Jeddeloh II in der N├Ąhe der heutigen Schule. (siehe Karte). Da das Geb├Ąude keinen Ofen hatte, wurde der Unterricht in den Wintermonaten dann in dem Speicher auf dem Hof von Johann zu Jeddeloh fortgesetzt.

1820
23. November: Gerd B├Âlts auf Scharrel ist mir schuldig an Schulgeld f├╝r den Winter 1816 bis Ostern 1817: F├╝r seine S├Âhne Johann und Gerd ├Ą 1 Rthlr. = 2 Reichsthaler. Er ist mir ferner schuldig f├╝r die Schulstube im Winter 1818 bis Ostern 1819: F├╝r seine 2 S├Âhne und Tochter Anne Margrethe a 12 gr. = 36 Groten.

1821
10. Januar: Unserm Schullehrer Meine eine Quene verkauft.

1822
20. Oktober: Ein Ofen in Meine seine Stube im Schlaar-Hause

1824
Mein neues Haus im Schlaar (Heuerleute: Harm Frahmann, Schulhalter Meine, Ehefrau Brumund)

1825
Im Fr├╝hjahr Schafmist aus unserer H├╝tte bei der Bardwiese:
Johann Hinrich ├ľltjen Bruns 2 Boote voll
Schullehrer Meine 1 Boot voll

1825
Diedrich Wilhelm Meine, Heuermann in Jeddeloh, Tochter Johanna Louisa geboren

1827
16. Oktober: 12 Kinder in der Schule 07. November: 31 Kinder in der Schule (Kirchenarchiv Edewecht: Schulbesuchsprotokolle des Pastoren)

1833
31. Dezember: Ma├čregeln des Consistoriums in Oldenburg zur Sicherung eines regelm├Ą├čigen Besuchsder Landschulen 2)

1832
Wird in Erw├Ągung gezogen in Jeddeloh eine eigene Schulacht zu gr├╝nden. Der Edewechter Lehrer Egelriede machte sich daraufhin Sorgen um sein Einkommen.
"Die Jeddeloher wollen wohl eine Schule haben, aber sie haben kein Geld eine Schule zu bauen und einen Lehrer zu salarieren."

1834
Peter Friedrich Ludwig zu Jeddeloh:
Heuerhaus im Schlaar an die Schulacht verkauft und f├╝r schulische Zwecke umgebaut. Platz war f├╝r 50Schulkinder. Schullehrer ist Peter Friedrich Ludwig Schr├Âder und blieb bis zu seinem Tode 1850 im Amt.

1840
Nachfolgend das Verzeichnis der schulpflichtigen Kinder zu Jeddeloh, wie sie die Schule von Mai 1840 bis dahin 1841 besucht habe, welche im Sommersemester 84 Tage und im Wintersemester 108 Tage gehalten-

Hier finden Sie das Klassenbuch von 1841

Die Lage der Schule zur damaligen Zeit, zeigt der Kartenauschnitt aus einer Karte von 1850.



1845
Der schlechte Zustand des Geb├Ąudes und die steigende Kinderzahl, 1845 wurden 95 Kinder unterrichtet, machten entscheidende Ma├čnahmen erforderlich. ├ťber eine am 17.12.1845 durchgef├╝hrte Besichtigung des Schullokals wurde folgendes Protokoll erstellt:

Actum

"zu Jeddeloh in dem Schullocale daselbst den 17. Decbr. 1845. Nachmittags

Zur Besichtigung des Schullocals zu Jeddeloh behuf Erneuerung recp. Vergr├Â├čerung war auf heute Termin angesetzt und hatten sich vom Schulvorstande eingefunden Herr Amtmann Hollmann, Herr Pastor Roth, Schullehrer Sch├Âder, die Juraten Diedrich (zu?)Jeddeloh (RIN 863) und A.B. von Seggern und der unterzeichnete Auditor, sowie mit dem Kirchspielvogt ├ľllien der Ausschuss P.F.L. zu Jeddeloh (RIN 114)(RIN 114), Diedrich Kruse, Eilert J├╝rgen Jeddeloh (RIN 543), Johann Christian zu Jeddeloh (RIN 870) als Ersatzmann des weiland Gerd Ripken, s├Ąmtlich aus Jeddeloh, und Eilert Heinje von Klein-Scharrel. Auch war als Sachverst├Ąndiger Gerd Kr├╝ger von Ekern anwesend.

Die Besichtigung des Schullocals ergab, dass die Stube h├Âchstens 50 Kinder fasse; mithin zu klein sei, indem nach Versicherung des Schullehrers 95 Kinder, davon 7 von Klein-Scharrel, 5 von Vegesack und die ├╝brigen von Jeddeloh, die Schule besuchten. Demnach unterlag es keinem Zweifel, dass auf irgend eine Weise f├╝r eine gr├Â├čere Schule durch Anbau oder Neubau gesorgt werden m├╝sse und war man allgemein der Ansicht, wie es am zweckm├Ą├čigsten sei, dass die jetzige Schulstube um soviel durch einen Ausbau verl├Ąngert werde, als n├Âtig sei, um eine Anzahl von 150 Kindern geh├Ârig placieren zu k├Ânnen.

Der sachkundige Herr Kr├╝ger bemerkte, die Seitenmauern der jetzigen Schule m├╝ssten abgebrochen, in die H├Âhe gef├╝hrt und p. m 12 Fu├č verl├Ąngert, die Giebelmauer ganz abgenommen und neu aufgebaut, auch der Fu├čboden bis zur Wasserfreien H├Âhe gebracht werden.

Die jetzige Wohnstube des Schullehrers nebst Schlafkammer sei, um einen Raum f├╝r 150 Kinder zu gewinnen, mit der Schulstube zu verwenden und dagegen zum Ersatz dem Schullehrer im Osten des Hauses eine neue Wohnstube und Kammer einzurichten. Dieser ganze Bau w├╝rde ann├Ąhernd 600 Rt. Kosten.

Der Ausschuss erkl├Ąrte: obgleich er die Notwendigkeit der Vergr├Â├čerung der Schule nicht verkenne, so wisse er doch nicht, die Mittel hierzu aufzubringen. Die Schulacht z├Ąhle nur zwei Bauern, einen alten K├Âter, und die ├╝brigen seien entweder neue Anbauer, oder Grundheuerleute und s├Ąmtlich unbemittelt. Zudem habe die Schulacht bei sehr geringem Einkommen, in dem der Buchweizen seit drei Jahren fast mi├črathen, in diesem Jahre schwere Abgaben zu pr├Ąstiren. Sie habe eine gro├če Anlage zu Br├╝ckenbauten ├╝ber die Vehne und Weganlagen ├╝ber sich ausschreiben lassen. Gro├čherzogliche Cammer habe ihre Gemeinschaftsplacken zu Gefallen angesetzt und fordere die Nachlagegelder wozu er - bemerkte P. Jeddeloh - im Ganzen p.m. 200 Rt. an die Herrschaftliche Casse erlegen m├╝sse. ├ťberdies habe die Schulacht vor etwa 10 Jahren, als solche sich constituiert, ein Schulhaus angekauft, darauf mit sp├Ąteren Anlagen 1000 Rt. verwandt; und hierbei komme in Betracht, dass die jetzige Vergr├Â├čerung der Schule, lediglich Folge der gro├čen Ansiedlungen im Moore, als notwendig sich herausstelle, dass diese erneute Ausgabe durch die Anbauer und Ansiedler, mithin durch Schulachtsmitglieder, welche zu den Kosten nichts beitragen k├Ânnten, bewirkt werde.Dem sachkundigen Kr├╝ger ist sodann aufgegeben, einen Ri├č und Kosten-Anschlag anzufertigen.Vorgelesen, genehmigt, unterschrieben

Roth
D. zu Jeddeloh (RIN 863)
Schr├Âder ├ľllien
P.F.L. zu Jeddeloh (RIN 114)
Eilert Heinje
Diedrich Kruse
Eilert J├╝rgen Jeddeloh (RIN 543)
Johann Christian zu Jeddeloh (RIN 870)
Anton v. Seggern -Seggern, Berend Anton von

Actum
Driver"

1846
In einer Petition beklagt man sich. Eine derart hohe Summe war jedoch nicht ohne weiteres aufzubringen. Die Schulacht bestand aus zwei Hausleuten, einem alten und drei neuen K├Âtern, sowie 51 Ansiedlern, die wegen noch nicht abgelaufener Freijahre nicht schulanlagepflichtig waren. Wegeanlagen und ein Br├╝ckenbau ├╝ber die Vehne belasteten alle Bewohner stark; au├čerdem war der Buchweizen beinahe die einzige Geldquelle seit drei Jahren nicht geraten. Man lie├č den Plan eines Umbaues wieder fallen.

1847
Eine entscheidende Wende kam in das Schulproblem, als, auf ein Gesuch des Schulausschu├čes an die Gro├čherzogliche Kammer zur Erlangung eines Vorschusses f├╝r einen Schulneubau, am 9. Januar 1847 ein zinsloser Vorschuss von 1000 Talern bewilligt wurde, der nach einem Freijahre innerhalb 16 Jahren in Raten zur├╝ckgezahlt werden musste. Ein Jahr sp├Ąter hatte sich f├╝r die alte Schule mit Nebengeb├Ąude in Anton G. von Seggern zum Vegesack ein K├Ąufer gefunden, der 390 Taler zahlte.

Nach dem Verkauf wurde vor├╝bergehend wieder Unterricht im Spieker des Hausmanns zu Jeddeloh gehalten.

1848
In der einklassigen Schule werden 93 Schulkinder unterrichtet.

Nach der endg├╝ltigen Genehmigung des angefertigten Risses (Zeichnung) f├╝r das neue 83 Fu├č lange und 38 Fu├č breite Schulgeb├Ąude legten die Unternehmer Johann Logemann aus Oberlethe und H.A. Stolle aus Tungeln am 14. Januar 1848 ihren "Best├╝ck und Kostenanschlag" vor.
Laut Protokoll des Schulvorstandes vom 25. Januar 1848 wurde dann den beiden "Annehmern" das ├änderungsprotokoll, Best├╝ck und Bedingungen in Abschrift zugefertigt und denselben der Zuschlag erteilt. Der Baubeginn wurde auf den 1. April festgelegt. Das Geb├Ąude musste in 6 Wochen unter Dach gebracht werden, um gegen den 14. August ganz vollendet abgenommen werden zu k├Ânnen.
Die Kosten f├╝r den Neubau sollten sich auf 1860 Taler belaufen. Bei Wiederverwendung der guten Materialien aus dem alten Schulgeb├Ąude sollten 400 Taler angerechnet werden.

Von dem Ausschuss wird noch vorgeschlagen:

"Ein Teil der Materialien z.B. die Steine werde der Jurat besser auf der in der N├Ąhe gelegenen Ziegelei unter der Hand billig kaufen, falls er sofort Zahlung zu leisten in Stand gesetzt werde."

Um das neue Geb├Ąude "gegen den Fehler der N├Ąsse zu sch├╝tzen, m├╝sse der Bauplatz wenigstens 2 Fu├č ├╝ber Meyfeld" aufgefahren werden. F├╝r diese Arbeiten waren Spanndienste von den Bespannten der Schulacht und Handdienste von den ├╝brigen Eingesessenen zu leisten. W├Ąhrend des Schulneubaus wurde der Unterricht vor├╝bergehend im "Spieker" beim Hausmann P.F. Ludwig (RIN 114) bzw. Joh.zu Jeddeloh (RIN 125) abgehalten. Der Hausmann P.F. Ludwig zu Jeddeloh, geb. 1801 (RIN 114) , verungl├╝ckte am 27. Mai 1848 t├Âdlich. Er hatte Kalk f├╝r den Bau der Schule von Oldenburg geholt, als seine Pferde auf der Ofener Stra├če vor der Artilleriekaserne scheuten und durchgingen.

1855
findet man in den Unterlagen einen Lehrer Johann Eilers. Das Evang. Oberschulkollegium ├╝bernimmt die schulischen Kompetenzen des Konsistoriums. Die Schulpflicht wird eingef├╝hrt.

1858
Im M├Ąrz forderte der Schulvorstand vom Gro├čherzoglich-Oberschulcollegium die Anstellung eines Winterlehrers f├╝r etwa 30 Sch├╝ler von Anbauern am "Langen Damm" (Jeddeloh II). Die Schulacht konnte diese Kosten nicht ├╝bernehmen, da sie noch Schulden abzutragen hatte. Es wurde darum gebeten, dass die Zahlung des Winterlehrergehaltes doch von der Staatskasse ├╝bernommen werden sollte.
Das Evang. Oberschulkollegium fordert die Einrichtung einer zweiten Klasse. Da die Schulacht Jeddeloh aber noch ihren Staatskredit abzuzahlen hatte, unterbreitete sie den Vorschlag, das Geb├Ąude zwar zu erweitern; aber die Finanzierung des zweiten Lehres m├╝sse dann der Staat ├╝bernehmen.Am 30. M├Ąrz 1858 entschied das Oberschulkollegium in Anbetracht der hohen Sch├╝lerzahlen und der klammen Kassenlage eine vorl├Ąufige Teilung des Schulunterrichts in zwei Abteilung. Der einzige Lehrer sollte die Ober- und Mittelklasse jeweils am Montag und am Donnerstag ganztags, die Mittel- und Unterklasse Dienstag- und Freitagvormittag und nachmittags die Ober- und Mittelklasseund am Mittwoch und Sonnabend die Mittel- und die Unterklasse unterrichten.

1863
trat erneut das Problem der Schulraumnot auf. Die sich rasch vergr├Â├černde junge Moorkolonie "Jeddeloher Wiesen" schickte zu dieser Zeit 53 Kinder und der Ort Klein-Scharrel, der sich inzwischen siedlungsm├Ą├čig ebenfalls stark erweitert hatte, 21 Sch├╝ler nach Jeddeloh in die Schule, so dass diese von insgesamt 161 Kindern besucht wurde. Am 10.12 1863 unterbreitet der Jeddeloher Schulvorstand dem Evang. Oberschulkollegiums den Vorschlag eine neue Schulacht aus den Bewohnern von Klein-Scharrel, den Siedlern vom Langendamm und denen aus der sog. Jeddeloher Wiesen zu bilden. Damit w├╝rde sich die Sch├╝lerzahl auf 87 reduzieren.Doch die Mittel fehlten.
Die meisten Siedler und Anbauer lebten in ├Ąrmlichen Verh├Ąltnissen. Die Scharreler Eingesessenenprotestierten gegen dien Vorschlag mit dem Argument, sie h├Ątten einen guten Weg nach Jeddelohgebaut und man wisse noch gar nicht, wie sich der Ort entwickelte. (Ausweitung des Siedlungsgebietes, Kanalbau).

1865
das Oberschulkollegium beschlie├čt die Bildung der Schulacht Jeddeloh II. Am Langendamm bei EilertKr├╝gers Anbaustelle wird eine neue Schule eingerichtet.

1866
Bei Eilert Kr├╝gers Anbaustelle in den Jeddeloher Wiesen f├╝r die Kinder der dortigen Siedlung und gleichzeitig f├╝r Klein-Scharrel wird ein einklassiges Schulhaus gebaut.
Der Schulunterricht in Jeddeloh II begann mit 83 Schulkindern, 53 kamen aus der Siedlung Langendammund Jeddeloher Wiesen und 21 Schulkinder aus Klein-Scharrel

1888
gingen 105 Schulkinder in die Schule Jeddeloh II. Zun├Ąchst wurde eine Unter- und Oberklasse eingef├╝hrt. Der Gesamtzustand war jedoch unbefriedigend. Daher beschloss man die Einrichtungzweier einklassiger Schule. Eine am Hunter-Ems-Kanal (Jeddeloh II) und eine am Scharreler Damm (Klein Scharrel), und den Verkauf des bisherigen Schulgeb├Ąudes, Wischenstr. 18.

Um 1890
reichte das Schulgeb├Ąude in Jeddeloh I wieder nicht aus. Es wurde daher am 17. M├Ąrz 1893 der Anbau einer zweiten Schulklasse vom Schulausschu├č beschlossen.

1898
wird ein „Abort“ an der Schule errichtet. Dieses wurde 1907 wieder abgerissen und durch eine Scheune und Abort ersetzt. Auf der linken Seite befand sich das Torflager. Auf der rechten Seitebefanden sich die Toiletten. Hinter der ausgeh├Ąngten T├╝r war die Toilette f├╝r die Jungs. Auf dem Boden war eine Rinne. Daran schlossen sich die „Plumsklo’s“ an. Eine Sitzgelegenheit mit offenemJauchekammerzugang.1912Nach Schulleiter Moritz wurde 1912 der aus Westerscheps kommende Junglehrer Georg Engelbart Schulleiter in Jeddeloh. Aber er wurde 1915 zum Kriegsdienst einberufen. Von 1915 bis Kriegsende vertrat ihn Junglehrer Gustav Freitag. Er bewohnte mit seinerFamilie die sich an die Klassen anschlie├čende Wohnung.

Ein Sch├╝ler schrieb:
Der Hauptlehrer Engelbart, eine Respektsperson im Dorf, war sehr streng. Die Pr├╝gelstrafe geh├Ârte dazu. War kein Stock mehr da, musste der ├ťbelt├Ąter selbst einen neuen vom Nussbaum im Schulgartenholen.
Zur Aufbesserung seines Gehaltes betrieb der Lehrer nebenher eine kleine Landwirtschaft mit zwei K├╝hen und Schweinen, und er hatte einen gro├čen Garten. ├ältere Sch├╝ler mussten da auch schon mal nachmittags helfen.

1988 wurde Gustav Freitag im Alter von 95 Jahren ├╝ber seine T├Ątigkeit in Jeddeloh befragt. Er konnte sich noch gut an seine Lehrt├Ątigkeit in Jeddeloh erinnern und erz├Ąhlte:

"Mir wurde 1915 die Schulleitung der Jeddeloher Schule ├╝bertragen. Ich hatte gerade das Lehrerseminar beendet. Die Unterklasse, die Klassen 1-4, hatte 84 Kinder. In der Oberklasse, die Klassen 5-8, waren 52 Sch├╝ler. Da ich die beiden Klassen nicht gleichzeitig unterrichten konnte, fand der Unterricht in der Oberklasse vormittags und in der Unterklasse nachmittags statt. Jede Klasse hatte 15 Stunden pro Woche. Ich unterrichtete in den F├Ąchern Rechnen, Deutsch, Heimatkunde, Erdkunde, Geschichte, Religion und Singen.

Da viele M├Ąnner und auch das m├Ąnnliche Dienstpersonal zum Kriegsdienst eingezogen waren, mussten die Kinder zu Hause kr├Ąftig mitarbeiten und hatten daher nicht viel Zeit f├╝r die Schule und f├╝r Hausaufgaben. Auch die Schulb├╝cher waren ein Problem, denn die Sch├╝ler hatten nur alte B├╝cher, die sie von ihren ├Ąlteren Geschwistern ├╝bernommen hatten.


Schulleiter Georg Engelbart mit seiner Klasse, 1934


Schulleiter Georg Engelbart mit seiner Familie

Nach anf├Ąnglichen Schwierigkeiten kam ich dann sehr gut mit dem gleichzeitigen Unterricht von 4 Jahrg├Ąngen zurecht. Im Rechnen z.B. hatte die 1. Klasse den Zahlenraum bis 20, die 2.Klasse bis 100, die 3. Klasse bis 1000. Die Zahlen der Aufgaben f├╝r die 1. Klasse nahm ich f├╝r die 2. Klasse mit 3 mal und so fort."

Lehrer und Schulleiter Georg Engelbart, der nach dem ersten Weltkrieg wieder sein Amt ├╝bernommen hatte, schied 1947 aus dem Schuldienst aus.

1917
Die Gemeinde Edewecht ├╝bernimmt die Schule. Der neben dem Hauptgeb├Ąude stehende Stall wirdabgerissen.

1945
Das Schulgeb├Ąude wurde im zweiten Weltkrieg kaum besch├Ądigt. Durch den Zustrom der "Fl├╝chtlinge" nach 1945 wuchs auch die Zahl der Sch├╝ler stark an, so dass wieder einmal Schichtunterricht erfolgen musste.

1952
Um die Raumnot zu beenden, wurde der Schule 1952 eine Baracke, die bisher in Westerscheps benutzt worden war, zur Verf├╝gung gestellt. Die Einrichtung dieser Schulbaracke erfolgte gr├Â├čtenteils durch freiwillige Mithilfe der Dorfbev├Âlkerung. Im August 1952 konnte dann die Einweihung und Inbetriebnahme dieses 3. Klassenraums erfolgen.



1960
erfolgte dann endlich der Bau des heutigen Schulgeb├Ąudes. Durch Austausch mit J.D. zu Jeddeloh war das Schulgel├Ąnde vorher vergr├Â├čert worden.

Am 16.12.1960 wurde ein gro├čes Richtfest gefeiert. Nach der Fertigstellung 1961 konnte der Unterricht in den neuen R├Ąumen aufgenommen werden. 113 Jahre nach der Errichtung wurde die alte Schule abgebrochen und auf diesem Platz ein Schulleiter-Haus gebaut. Erst als 1963 auch die Turnhalle und auch ein in der Gemeinde erstmalig bei einer Schule eingerichteter Verkehrsgarten fertig gestellt waren, fand eine gro├če Einweihungsfeier statt. Der derzeitige B├╝rgermeister August Heidk├Ąmper erinnerte dabei in seiner Ansprache, dass er vor 67 Jahren, also 1896, hier in Jeddeloh eingeschult worden sei. Auch zu seiner Zeit h├Ątte Schulraumnot bestanden, so dass sie mit acht Sch├╝lern auf derzeit f├╝r vier Kinder gedachten Schulb├Ąnken h├Ątten sitzen m├╝ssen.


Schulleiter Georg Stolle mit seinen Sch├╝lern, 1947

Der Schulneubau war zun├Ąchst als normale f├╝nfklassige Volksschule geplant. Durch die Einf├╝hrung des 9. Schuljahres wurde sie dann jedoch als sechsklassige Mittelpunktschule genutzt. Sie wurde auch von Sch├╝lern des 9. Schuljahres aus den Nachbarorten Jeddeloh II, Klein-Scharrel , Friedrichsfehn, Kleefeld und Portsloge besucht.

1965/66
erfolgte eine erneute Ver├Ąnderung. Inzwischen war Georg Stolle in Pension gegangen, und Hans-Hugo Breckow hatte die Leitung der Schule ├╝bernommen. Neben den Schul Jahrg├Ąngen 1-6 aus Jeddeloh I und dem 9. Schuljahr, das schon ein paar Jahre zu einer Jahrgangsklasse zusammengefasst worden war, wurden nun auch die Jahrg├Ąnge 7-8 aus Jeddeloh I und II zu Jahrgangsklassen zusammengef├╝hrt.

1968
wurden die Sch├╝lerjahrg├Ąnge 5-9 nach Friedrichsfehn abgegeben.

1970
wurde Jeddeloh I 1970 Mittelpunktgrundschule. Die Grundsch├╝ler aus den beiden Jeddelohs wurden in 8 Klassen zusammengefasst, so dass aus jedem Sch├╝lerjahrgang 2 Klassen gebildet werden konnten. Diese Regelung wird bis heute noch praktiziert.
Um den durch die Zusammenlegung entstandenen Klassenraummangel zu beheben, wurde 1970 auf dem Pausenplatz das bisher in Jeddeloh II f├╝r Klassenr├Ąume benutzte "Holland-Haus" aufgestellt. Im April 1987 wurde dieser inzwischen stark ├╝berholungsbed├╝rftige Bau wieder abgebrochen. Durch die Umgestaltung der fr├╝heren Dorfschule zur gr├Â├čeren Mittelpunktschule erh├Âhte sich nat├╝rlich auch die Zahl der Lehrer. Einen ortsans├Ąssigen Dorfschullehrer und einen Junglehrer, die im Ort auch au├čerhalb des Schulunterrichts in den Vereinen usw. t├Ątig waren, gibt es nicht mehr.

So waren z.B. w├Ąhrend der Schulleitert├Ątigkeit von H.H. Breckow von 1965 bis 1979 30 Lehrer zum Teil nur kurze Zeit an der Schule Jeddeloh I t├Ątig.

Verzeichnis der Schulleiter an der Jeddeloher Schule
Hauslehrer auf dem Hof J.D. zu Jeddeloh
1811 Schulhalter Brackendorf
1814 Schullehrer Gerd Eilers von Godensholt
1817 Hauslehrer Hinrich Wicke
1819 Hauslehrer Herr Meine
1820 Erste Erw├Ąhnung einer Schule. Lehrer Herr Meine
1834 Peter Friedrich Ludwig Schr├Âder
1837 (ca.) p.H. Schr├Âder
1850 Johann Eilers?
1874 - 1888 Johann Diedrich M├Ânnich
1888 -1893 Johann Heinrich Haverkamp
1891 - 1898 Wilhelm Osterthum
1898 - 1906 Carl Siegfried Wenz
1906 - 1912 Moritz
1912 - 1947 Georg Engelbart Hauptlehrer / Hermann P├Âpken
1915 - 1918 Gustav Freytag (als Vertretung)
1947 - 1950 Georg Gardeier
1950: Georg Garms / Hans Genrich / Renate Kr├╝ger
1951 - 1965 Georg Stolle Hauptlehrer
1953: Hans Genrich / Herr Sandstede
1959: Herr Grimm / Herr Hase / Frau Weber1965 - 1979 Hans-Hugo Breckow Hauptlehrer
1965: Herr Engelbarts / Herr Grimm / Frau Strahlmann / Herr Stolle
1979 – 2002 Martha D├╝nnebier
2002 - Karin Siemers-Sch├╝tte



Jeddeloher Schule, 1990


Jeddeloher Schule, 2006


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